Allgemeine Merkmale des Empire

1803, Louis Leopold Boilly - The Arrival
1803, Louis Leopold Boilly – The Arrival

Empire ca. 1789 – 1825

Politik

Nach der über tausend jährigen französischen Monarchie, in der die Könige und der Adel in überschwänglichen Luxus lebten, während die Bevölkerung Hunger und Elend erlitt, kam es zu Volksaufständen. Das verarmte Volk hatte jahrhundertelang mit seinen Steuern das Leben der höheren Gesellschaft finanziert. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung über den Feudalstatt wuchs und mit der Erstürmung der Bastille in Paris am 14. Juli 1789, wurde eine Zeitepoche eingeläutet. Die im gleichen Jahr gebildete Nationalversammlung rief die Menschen- und Bürgerrechte aus. Nach dem Sturz der Monarchie trat der Rechtsanwalt Maximilien de Robespierre seine Herrschaft an. Aus Angst, die junge französische Republik könnte gefährdet sein, wurden viele Menschen des Hochverrats verdächtig und sogar hingerichtet. 1794 ließ das Volk ihn jedoch hinrichten und befreite sich von seiner Schreckensherrschaft.

1795 planten königliche Truppen eine Verschwörung, um die Frankreichs Monarchie wieder herzustellen. Napoleons Truppen konnten die Royalisten niederschlagen. Seine Macht und Popularität wuchsen von nun an und machte den Weg frei für seine diktatorische Herrschaft. Durch die Einführung des Erb-Kaisertums war es Napoleon möglich sich 1804 selbst zum Kaiser zu krönen.

Wirtschaft

Mit der französischen Revolution von 1789 bis 1794, der die industrielle Revolution in England vorangegangen war, begann eine neue Epoche in der Geschichte. Sie forderte die Auflösung der feudalen Gesellschaft und machte den Weg frei für den Kapitalismus. Mit der industriellen Revolution begann das Zeitalter der Maschinen. Die erste Dampflokomotive und das erste Dampfschiff wurden konstruiert. Die Einführung von Maschinen ermöglichte eine erhebliche Steigerung der Produktion. 1793 wurde das erste Telegramm gesendet.
Bei der Verwirklichung einer neuen, freien Gesellschaft diente die Lebensweise der griechischen und römischen Antike als Vorbild, was die Wiederbelebung antiker Idealer zur Folge hatte. Die Porzellanmanufaktur stellte sich auf die antike Mode ein und produzierte “etruskische” Vasen und freie Nachahmungen antiker Statuen. Die Möbel erhielten einfache geometrische Formen, das Empiredekor wurde stark durch die ägyptische Kunst beeinflußt.

Wissenschaft

Deutsche Dichter, wie Goethe, Schiller und Lessing trugen mit ihren Werken zur Aufklärung bei. 1815 veröffentlichen die Gebrüder Grimm ihre Sammlung von Kinder- Hausmärchen. Mit der französischen Revolution entstand eine neue Gesellschaft, die Wert auf Bildung und geistige Kultur legte.

Architektur

Der Klassizismus löste in vielen europäischen Ländern die verspielten Formen des Rokoko ab. Die Begeisterung für die griechisch-römische Antike spiegelte sich neben der Architektur auch in der Bekleidung der Frau wieder. Gegenüber den überladenen Formen des Rokoko wirkten die Formen des Klassizismus schlicht, es wurden geradlinige und einfache Formen beliebt. In Anlehnung an die Antike sind Mäanderkanten, Rosetten und Säulen charakteristische Gestaltungsmerkmale dieser Epoche. Die geschwungenen Linien des Rokoko wurden durch klare, geradlinige Formen abgelöst. Von nun an war dieser Stil für alle Lebensbereiche maßgebend und orientierte sich stark an der Lebensweise der griechischen und römischen Antike.

Mode

Mit dem Wunsch nach Natürlichkeit und Freiheit wandte man sich von den einengenden und überladenen Formen des Rokoko ab. Tonangebend in der Mode ist nun England, von wo aus antike Kleider die modische Revolution einläuten.
Als 1793 die beliebte Herzogin von York in andere Umstände kam, wurden so genannte “Pads”, gestopfte Haarkissen, modern, die man vorn unter dem Gürtel trug und somit den Weg bereiteten für die hoch gerutschte Taille. Diese neue Mode wurde in Paris mit Begeisterung aufgenommen. Die Taillennaht rutschte nach oben bis unter die Brust und der Rockteil viel locker und weich nach unten. Die schmale, elegante Sillhoutte war charakteristisch für das Modebild des Emipre.



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